„Wir sind alle MARIENTHAL!“ 2016

IN DER FABRIK IST ES STILL GEWORDEN

Eine multimediale Performance über Arbeit und Arbeitslosigkeit

Mittwoch, 27. April 2016, 18:00 Studio im Akzent (geschlossene Veranstaltung)

Freitag 29. April 2016, 19:30 Festsaal Amtshaus Favoriten

Montag 2. Mai 2016, 19:30 Akzent Theater Studio

Dienstag 3. Mai 2016, 19:00 Marie Jahoda Schule (geschlossene Veranstaltung)

Dienstag 10. Mai 2016, 19:30 Bezirksmuseum Brigittenau

Dienstag 17.Mai 2016, 19:30, Bücherei Philadelphiabrücke

Sonntag 23. Oktober 2016, 19:00, Projektraum im WUK

 

 

 

Mittwoch, 27. April 18:00, Theater Akzent Studio (geschlossene Veranstaltung für AMS-Mitarbeiter mit anschließender Podiumsdiskussion)

Freitag 29. April 19.30, Festsaal Bezirksmuseum Favoriten, Keplerplatz 5, 1100 Wien

Dienstag, 2. Mai 19:30, Theater Akzent Studio, Argentinierstaße.37, 1040 Wien

Dienstag 3. Mai 19:30, Marie Jahoda Schule, Herbststraße 86, 1160 Wien - „20 Jahre VBS – Vienna Bilingual Schooling" (geschlossene Vorstellung – Reservierung gerne unter 0699 1 99 00 952 oder per Mail office(at)experimentaltheater(dot)com)

Dienstag 10. Mai 19:30, Bezirksmuseum Brigittenau, Dresdnerstraße 79, 1200 Wien

Dienstag 17. Mai 19:30, Bücherei Philadelphiabrücke, Gerald Schwertbergersaal, Meidlinger Hauptstraße 73, 1120 Wien

 

NEUER TERMIN IM OKTOBER:

Sonntag 23. Oktober 19:00, Projektraum im WUK, Währinger Straße 59, 1090 Wien

Eintritt: € 15,–/erm. € 10,


Künstlerische Leitung/Regie/Raum: Eva Brenner (A/USA), Projektleitung/Pressearbeit: Andrea Munninger(A), Regieassistenz: Heinz Leitner(A), Markus Bachmaier (A), Dramaturgie/Textrecherche: Felix Kristan (A), Assistenz: Katja Schatilowa (D), Technik/Licht: Richard Bruzek (A), Objekte/Kostüme: Markus Kuscher (A), Fotografie: Roman Picha (A), Musik: Walter Nikowitz (A/AR), Maren Rahmann (D), Performance: Rremi Brandner (A), Tristan Jorde (A), Luise Ogrisek(A), Maren Rahmann (D), Live-Video/Dokumentation: Bernhard Riener (A), Grafik/Homepage: Alexander Schlögl (A).

 

„Wir sind alle MARIENTHAL!“

Eine Performance nach Texten aus der Marienthalstudie und Margit Hahns neuem Stück „Fair und nachhaltig kündigen“

"Mit einem Schlag ändert sich das Leben in Marienthal. Die Hausfrauen werden zuerst kopflos. Wie soll man das Wirtschaftsgeld einteilen? Wer ist imstande, mit einem plötzlich auf ein Viertel verringertem Einkommen zu wirtschaften? … Aber wenn die Marienthaler mit ihrem geänderten Zeiterlebnis es auch kaum mehr bemerken, die Zeit schreite doch vorwärts, und allmählich und unaufhaltsam bröckelt die Grundlage ab, auf der das Leben in Marienthal bis jetzt noch zu führen war. Es erhebt sich die Frage: Wie lange noch kann es so weitergehen? ... In der Fabrik ist es still geworden. Irgendwo hört man über die leeren Höfe hin einen klingenden Hammer alte Ziegeln aus der Mauer schlagen. Das ist die letzte Arbeit, die die Fabrik zu vergeben hat."
aus: Paul F. Lazarsfeld, Hans Zeisel, Marie Jahoda, Die Arbeitslosen von Marienthal

Die Basis der Performance bilden Textauszüge aus der berühmten soziografischen Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ der SoziologInnen Paul F. Lazarsfeld, Marie Jahoda und Hans Zeisel aus dem Jahr 1933, die dem Uraufführungstext „Fair und nachhaltig kündigen“ (2015) der österreichischen Autorin Margit Hahn gegenübergesetzt werden. Damit soll gewährleistet werden, dass ein aktueller Text aus der Feder einer Schriftstellerin, die sich seit Jahren mit dem Thema Arbeit / Arbeitsplatzverlust und den dahinter liegenden Machtstrukturen auseinandersetzt – recherchierend und literarisch verfremdend –, neue Einsichten auf heutige Dimensionen einer exponentiell ansteigenden Arbeitslosigkeit ermöglicht.

Die Konfrontation der Epochen – hier frühe Dreißigerjahre, da die letzten 6 Jahre seit der „Großen Krise“ zu Beginn eines neuen Jahrtausends – evoziert neue, oft erschreckende Parallelen und Aussichten. Allen voran steht die gefährliche „Politikverdrossenheit“, die einhergeht mit dem Verlust von Vertrauen in die Veränderbarkeit der Welt, einer allgemeinen Erosion politischer Teilhabe und ein resultierender Demokratieabbau, der einer der Folgen von Ausbildungs‐ und Arbeitsverlust ist, begleitet vom Schwund gesellschaftlicher Partizipation, besonders unter bildungsfernen Schichten.

In der Textmontage „Fair und nachhaltig kündigen“ versammelt und kontrastiert Margit Hahn Case-Studies, Geschichten von gekündigten oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Männern und Frauen, die Existenzängsten und gesellschaftlicher Entwertung ausgesetzt sind, und Aussagen, Kalauer, Zitate und Gesprächsfragmente von Chefs, Abteilungsleitern, Konzernmanagern. Letztere dokumentieren die äußerste Kälte und Grausamkeit gegenüber Einzelschicksalen, mit der die von Kapitalinteressen geleitete Logik der Konzerne betriebliche Restrukturierungsmaßnahmen zur „Notwendigkeit“ erklärt und daraus angeblich nötig gewordene Entlassungen von zu viel, zu alt, zu teuer gewordenem Personal ableitet. Margit Hahn untersucht mit der ihr eigenen spitzen Feder, mit Humor und erfrischender Schonungslosigkeit nicht bloß, was in den Chefetagen der Großbetriebe gesagt, geschrieben und argumentiert wird, sondern vor allem auch die Sprache, das Managerkauderwelsch, mit der das tagtäglich vor sich gehende, zur „Normalität“ verkommene Ausrangieren von tausenden Menschen kommentiert und legitimiert wird. Hier verrät sich die Sprache selbst, ist zum Testament einer Verrohung sozialer Beziehungen geworden.

Mit: Rremi Brandner (A), Tristan Jorde (A), Luise Ogrisek (A), Maren Rahmann (D), Walter Nikowitz (A/AR, Musik). Konzept/Regie/Raum: Eva Brenner (A/USA)

Dank an: Kulturabteilung der Stadt Wien/Theater/Stadtteilkultur & Interkulturalität), BKA-Kunst, FSG der MitarbeiterInnen der AK Wien, Akzent Theater, okto.tv, Radio ORANGE 94.0, Institut Dr. Schmida, Gemeinde Gramatneusiedl, VHS Hietzing, Bezirksmuseum Josefstadt, Bezirksmuseum Brigittenau, Maria Jahoda Schule, Bücherei Philadelphiabrücke, AMS Landesgeschäftsstelle Wien, WUK-Verein zur Schaffung offener Kultur u. Werkstättenhäuser. Speziellen Dank an die Bezirksvorstehungen der Wiener Bezirke 2,3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10,16 und 20, Prof. Reinhard Müller/Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich

Impressum: FLEISCHEREI_mobil, Verein Projekt Theater, Neustiftgasse 133/13, 1070 Wien, office(at)experimentaltheater(dot)com, www.experimentaltheater.com. Pressekontakt: Andrea Munninger, 0699 1 99 00 952, office(at)experimentaltheater(dot)com

WIR SIND ALLE MARIENTHAL! - THEATER AKZENT STUDIO (Veranstaltung für AMS-Mitarbeiter mit anschließender Podiumsdiskussion)

Wir sind alle Marienthal! - Premiere in Gramatneusiedl

 
 

Wir sind alle Marienthal! - Kammgarnfabrik in Bad Vöslau

Wir sind alle Marienthal!

© Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich
© Archiv für die Geschichte der Soziologie in Österreich
Ausflug nach Marienthal März 2015
Arbeiterwohnhäuser in Marienthal
Ausflug nach Marienthal März 2015
Marienthal. Fotos (4) J. Starmühler