Transformance Festival „Politisches Theater heute“

Ort: Projektraum im WUK, Währinger Str. 59, 1090 Wien

Zeitraum: 19.10.2016 – 26.10.2016

„ein Sturm weht vom Paradiese her“

 

Das Festival der FLEISCHEREI_mobil ist ein Streifzug durch die politisch relevanten Projekte der letzten zehn Jahre, die hier in einer kompakten Zusammenschau erlebbar werden. Es legt den Finger auf die Wunden unserer westlichen Demokratie, die von einer gefährlichen Polarisierung und einem steten Rechtsruck der gesamten Gesellschaft bedroht ist. Ausgelöst von neoliberaler Austeritätspolitik, Individualisierung und Entsolidarisierung mündet diese Entwicklung im graduellen Abbau des sozialen Gefüges und in Radikalisierung. Dies belegte bereits der knapp 26-jährig im KZ Buchenwald zu Tode gekommene Autor Jura Soyfer in seinem Romanfragment „So starb eine Partei“ – ein monumentales Dokument des Scheiterns linker Politik aus dem Jahr 1934. Der Text ist Ausgangsbasis für eines der Signature Projekte der FLEISCHEREI_mobil. Im Festival steht es neben der Dramatisierung der berühmten soziografischen Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (1933). Rund um diese Aufführungen gruppieren sich Workshops, Diskussionen, Konzerte, eine neue Theaterproduktion mit Asylwerber_innen und „AUF ACHSE“ – eine Straßenprozession mit Migrant_innen.

Das TRANFORMANCE Festival erlaubt nicht nur die Verbindungslinien zwischen den derzeitigen Krisenszenarien zu zeichnen, sondern auch zwischen den FLEISCHEREI-Projekten, die trotz unterschiedlicher Themen eine klare Zielrichtung erkennen lassen: Verändern wir die Welt, sie braucht es!

 

„Das moderne Theater muß nicht danach beurteilt werden, wieweit es die Gewohnheiten des Publikums befriedigt, sondern danach, wieweit es sie verändert.“
- Bertolt Brecht 

 

PROGRAMM

Mi 19.10. 2016,
19:00 Konzertante Performance - Jura Soyfer „Eine Fremde Stadt!"

Do 20.10. 2016,
12:00-14:30 Workshop „Gestrandet“
17:30 Vernissage zur Ausstellung „Gestrandet“
Fotoausstellung „Die Unvollendeten“
Fotoausstellung „Zwischenstation Kloster Stein“
20:00 Konzert Chor Gegenstimmen „Es brennt a Welt“

Fr 21.10. 2016,
12:00-14:30 Workshop „Feministische Ökonomie & Geschlechterverhältnisse im Kapitalismus“ 
19:00-22:00 Diskussion “SPERANZA“: Open Space Gespräche - Ideenpool & Methodik

Sa 22.10. 2016,
12:00-14:30 Workshop „Die poetische Wissenschaft der Begegnung“
19:00 Flüchtlingsprojekt „ich möchte bleiben!“

So 23.10 2016,
12:00-14:30 Workshop „Theater und Kampf(-Kunst)“ 
19:00 Multimediale Performance „Wir sind alle MARIENTHAL!“

Mo 24.10. 2016,
12:00-14:30 Workshop Schubert Theater „PAPERMAN“
19:30 Konzert Hans Breuer / WanDeRer „NICHT EGAL: FLÜCHTLINGS – LIEDER“

Di 25.10. 2016,
16:00-21:00 Straßentheaterprozession/Performance AUF ACHSE
21:00 Konzert Prince Zeka Quartett

Mi 26.10. 2016,
12:00-14:30 Workshop „Asyl ist Menschenrecht“
19:00 PETER KREISKY_Europa-Gespräch_Spezial „Den Bruch wagen“
21:00 Konzert Reinhardt Honold „zu_flucht"

Eintrittspreise
Festivalpass: € 40,–
Performance: € 15,–/erm. € 10,-
Konzert:  € 15,–/erm. € 10,-
Workshop: freie Spende
Kartenreservierung & Workshopanmeldung: office(at)experimentaltheater(dot)com - 0699 1 99 00 952

 

THEATER

Jura Soyfer: Konzertante Performance „Eine Fremde Stadt!" –  19.10. 19:00
Nach dem Romanfragment „So starb eine Partei“ von Jura Soyfer (1934). Das Projekt ist eine zum Gedenken an die gescheiterte Februar-Revolution erstellte und speziell für offene Räume adaptierte, konzertante Raum-Performance. Fünf interkulturelle Schauspieler_innen und zwei Musiker zeigen Auszüge aus der Neufassung der Adaptierung, deren Fokus auf den historischen Ereignissen rund um den tragisch gescheiterten Arbeiteraufstand am 12. Februar 1934, auf den Texten und sprachliche Qualitäten, sowie auf minimalistischen Bewegungsparcours liegt.

Andrea Tiziani (I), Dagmar Schwarz (A/IL), Andrea Tiziani (I), Dagmar Schwarz (A/IL), Daniel Schukovits (A), Elisabeth Weissensteiner (A), Eva Brenner (A/US), Hilde Grammel (A), Kari Rakkola (FIN), Mantre Edalati (A), Mussa Babapatl (NIG), Rremi Brandner (A), Sibylle Starkbaum (A), Walter Nikowitz (A/AR)

Flüchtlingsprojekt: „ich möchte bleiben!“ – 22.10. 19:00
Workshop &Work-in-Progress Performance mit Gästen (Herkunftsländer: AF, PK, GM, IN, BD) aus dem Kloster Stein, Maria Anzbach/NÖ. Berichte am Workshop beteiligter Flüchtlinge und Zitate von Bertolt Brecht sowie Samuel Beckett. Nach einem halben Jahr integrativer Workshop- und Begegnungsarbeit im Kloster Stein und im Freien hat das Team Auszüge aus der Montage interkultureller Szenen, Lieder, Gedichte, Interviews und Fluchtgeschichten zusammengestellt.

Künstlerische Leitung: Eva Brenner (A/US) & Germana Kovacic (A)
Musikalische Leitung: Walter Nikowitz (A/AR)
Gäste: David Jarju (GM)

Multimediale Performance „Wir sind alle MARIENTHAL!“ – 23.10. 19:00
Die Basis der Performance bilden Textauszüge aus der berühmten soziografischen Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ der Soziolog_innen Paul F. Lazarsfeld, Marie Jahoda und Hans Zeisel aus dem Jahr 1933, die dem Uraufführungstext „Fair und nachhaltig kündigen“ (2015) der österreichischen Autorin Margit Hahn gegenübergesetzt werden. In der Textmontage „Fair und nachhaltig kündigen“ versammelt und kontrastiert Margit Hahn Case-Studies, Geschichten von gekündigten oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Männern und Frauen, die Existenzängsten und gesellschaftlicher Entwertung ausgesetzt sind.

Eva Brenner (A/US), Luise Ogrisek (A), Maren Rahmann (D), Rremi Brandner (A), Tristan Jorde (A), Walter Nikowitz (A/AR)

Straßenprozession „AUF ACHSE“ – 25.10. 16:00-22:00
Das afrikanisch-europäische Ensemble zeigt eine Montage aus Best-Of-Szenen der Straßentheaterprozession AUF ACHSE im WUK-Projektraum und auf einem Abschnitt der Währinger Straße, stellt Fragen zu Kultur, Tradition und Geschichte des Kontinents Afrika und thematisiert Aspekte der laufenden Asyl- und Flüchtlingsdebatte. 16.00 Uhr Start des Umzugs im Café VinziRast-mittendrin (Währinger Straße 19). Vollständiger Programmablauf: http://www.experimentaltheater.com/aufachse 

Adama A. Dicko (BF), Aminata Seydi (A/SN), Assane Fall (SN), Constance Hyrohs (A), David Jarju (GM), Dirane Mboup (SN), Eva Brenner (A/US), Karim Thiam (SN), Kari Rakkola (FIN), Lee Hofmann (A/ZA), Mahan Mirarab (IRN), Maren Rahmann (D), Markus Kuscher (A), Martin Minarik (D/SK), Miroslav Poláček (SK), Prince Zeka (CG), Rafiq Varind (ZA), Sakina Songül Beyazgül (KU), Walter Nikowitz (A/AR)

 

DISKURS

Diskussion “SPERANZA“: Open Space Gespräche - Ideenpool & Methodik – 21.10. 19:00-22:00
Zur Schaffung interkultureller Lernzentren für Flüchtlinge (Pilotprojekte Wien/Umgebung). Es geht um die Flüchtlinge, die seit Mitte 2015 in Europa Zuflucht gesucht haben. Seitdem haben sich auch bei uns tausende Flüchtlingshelfer_innen, darunter Künstler_Innen, engagiert und ehrenamtlich Deutschkurse, Unterkünfte, Fahrtdienste, Beratung, Alltagsbegleitung sowie andere Dienste angeboten. Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer_innen haben Freundschaften geschlossen und wesentlich zu einer neuen Qualität des Zusammenlebens beigetragen. Daraus sind nachhaltige Projekte entstanden – Basisorganisationen, Tauschkreise, Theaterstücke, Film-und Videoworkshops und Ideen für selbstorganisierte Flüchtlingszentren. Wir wollen Menschen mit Fluchterfahrung, Vertreter_innen etablierter und neuer Flüchtlingsorganisationen sowie Helfer_innen und das interessierte Publikum an einem runden Tisch zusammenbringen, um kreative Vorschläge für eine bessere Vernetzung und Zukunftsprojekte zu erarbeiten. Die Gruppe wirft neue Fragen zu Grenzregimen, Pädagogik, Sozialarbeit, Kunst/Kultur und politischem Theater auf, das heute mit radikal neuen Aufgaben konfrontiert ist, stellt best-practice-Konzepte vor und sammelt konkrete Ideen für die Zukunft. Ziel ist das Empowerment aller Beteiligten! Diskutiert wird nach dem sozio-kulturellen „Open Space“-Modell, Anmeldung unter office(at)experimentaltheater(dot)com erwünscht.

Leitung: Eva Brenner & Marta Gomez, Mitarbeit: Germana Kovacic

PETER KREISKY_Europa-Gespräch_Spezial „Den Bruch wagen“ – 26.10. 19:00
Wie aufhören, das kleinere Übel zu „wählen“!? Wir brechen als Kunst/Kulturschaffende mit dem neo-liberalen Konsens! Wie trotzdem überleben!? Wie sich der zynischen Elite-Kunst, den Luxustempeln der Hochkultur, dem allgegenwärtigen Showbiz-Infotainment verweigern? Wie effektive Gegenstrategien entwickeln, um ein echt demokratisches Förder-und Verteilungssystem öffentlicher Mitteln zu erreichen? Wie unsere gesellschafts-politischen Bedingungen erneuern und eine Kunst- und Kulturszene mit Verantwortung schaffen, die solidarisch, Basis-orientiert und vorwärtsblickend anstatt elitär und pessimistisch ist. Wie neue Sprachen jenseits der Codes privilegierter Eingeweihter vorstellen und neue kommunale Räume eröffnen, die ALLEN zugänglich sind? Erst nach Beantwortung dieser Fragen, kann wieder von „politischem Theater“ gesprochen werden!

Teilnehmer_innen: Benjamin Opratko (A/D), Elizabeta Lindner (MKD/D), Ivan Jurica (SVK/A), Johann Kresnik (A), Kurto Wendt (A), Lore Heuermann (A), Marlene Streeruwitz (A), Walter Baier (A)

Moderation: Eva Brenner (A/USA)

 

AUSSTELLUNGEN

Ausstellung „Gestrandet“ – 19.10. bis 26.10., Vernissage am 20.10. 17:30
Vier sehr unterschiedliche Welten treffen bei Gestrandet aufeinander: Jugendliche Zuwanderer (unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), Zugewanderte, einheimische Lehrlinge und Theoretiker_innen. Birte Brudermann und Clara Peterlik haben mit ihnen über «Das Unheimliche», «Körper/Intimität/Autorität» und «Genuss» gesprochen. Welche Ansichten, Einstellungen und Lebensweisheiten diese Jugendlichen mit sehr unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen teilen oder eben nicht, kann man auf Plakaten und Audiofeatures hören und sehen. Die Ausstellung  kann über die gesamte Festivaldauer im WUK Projektraum besucht werden.

Fotoausstellung "Die Unvollendeten" – 19.10. bis 26.10., Vernissage am 20.10. 17:30
Porträts Theater FLEISCHEREI_mobil von Roman Picha.

Fotoausstellung "Zwischenstation Klosterstein" – 19.10. bis 26.10., Vernissage am 20.10. 17:30
Fotos von Eva Brenner im Flüchtlingsprojekt "Theater und Kunst für alle" 2016 in Maria Anzbach.

 

WORKSHOPS

Workshop mit Birte Brudermann und Clara Peterlik „Gestrandet“ – 20.10. 12:00-14:30
Wie protestieren? Sind Religion und Genuss vereinbar? Und sind Feminist_innen Spaßverderber_innen? Diese Fragen haben Birte Brudermann und Clara Peterlik mit jugendlichen Zuwanderern (unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen), Zugewanderten, einheimischen Lehrlingen und der Kultur- und Sozialwissenschaftlerin Hanna Hacker diskutiert. Euren Senf dazugeben und die verschiedenen Blickwinkel diskutieren, könnt ihr in diesem Workshop.

Workshop mit Käthe Knittler „Feministische Ökonomie & Geschlechterverhältnisse im Kapitalismus“ – 21.10. 12:00-14:30
Was ist feministische Ökonomie? Wie verhält es sich mit dem Geschlechterverhältnissen und der unbezahlten Arbeit im Kapitalismus und wie haben sie sich in den letzten 30 Jahren und im Zuge der Wirtschaftskrise verändert? Neben Grundsätzlichen Fragestellungen beschäftigt sich der Workshop sowohl mit aktuellen wirtschaftspolitischen Fragen aus feministischer Perspektive als auch mit möglichen Handlungsperspektiven. Es wird inhaltliche Inputs geben sowie Raum für Frage und Diskussion.

Workshop mit Waltraud „Manju“ Pöllmann „Die poetische Wissenschaft der Begegnung“ – 22.10. 12:00-14:30
Kunst ist Bewegung, Bewegung ist Kunst und Bewegung ist Leben. Als Frauen befinden wir uns im Spannungsfeld von Weiblichkeit und Emanzipation, von sich Hingeben und sich Aufbäumen. In diesem Workshop, denken wir nicht nach über diese Themen, sondern bringen sie in körperliche Bewegung um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten als Körpererfahrung zu erleben. Die Körperin erfährt sich paradiesisch um den Sturm der Transformation zu entfachen.

Workshop mit Martin Minárik „Theater und Kampf(-Kunst)“ – 23.10. 12:00-14:30
Zentrales Thema des Theaters ist der Konflikt. Der Konflikt innerhalb einer Figur und der Konflikt zwischen zwei oder mehreren Figuren. Insbesondere im politischen Theater ist die Auseinandersetzung mit Konflikten maßgeblich. Der Workshop befasst sich mit der körperlichen Möglichkeiten des Ausdrucks von Krise, Konflikt und Kampf. Anhand des koreanischen Taekwondo soll ein Einblick geboten werden, wie Praktiken des Kampfkunsttrainings in Schauspielstudium und -praxis integriert werden könnten; sowohl im Rahmen einer allgemeinen Ausbildung, als auch als spezifisches Ausdrucksmittel in der Inszenierungs- und Aufführungspraxis. Der Workshop richtet sich hauptsächlich an Theaterpraktiker_innen, die Kampfkunst-spezifische Techniken und Konzepte in ihre Arbeit integrieren möchten. Darüber hinaus sind prinzipiell alle adressiert, die sich für Theater, Kampfkunst und Bewegungskulturen interessieren. Grundtechniken, einfache Choreografien, Partnerübungen.

Workshop Schubert Theater „PAPERMAN“ – 24.10. 12:00-14:30
Bewusst neue Perspektiven ohne Worte. Eine Identitätssuche als Objekttheater. Eine Figur aus Papier, von Menschenhand erschaffen, findet sich in einer ihr unbekannten Welt wieder. PAPERMAN ahnt nichts von der Existenz seiner Schöpfer_innen. Naiv kindlich entdeckt er Stück für Stück seine Umgebung, bis er schließlich von einer anderen, scheinbar übergeordneten Existenz erfährt. Wie in Platons Höhlengleichnis sieht PAPERMAN in diesem analogen Live Motion Theater zunächst die Welt aus seiner Perspektive, die einzige Perspektive, die ihm möglich scheint. Bei diesem Workshop wird gemeinsam mit dem Ensemble des Schubert Theaters ein individueller PAPERMAN kreiert und in Teamarbeit eine kleine Szene entwickelt. So wird den Teilnehmer_innen nicht nur eine kritische Perspektive auf die heutige Konsum- und Wegwerfgesellschaft, sondern auch ein kreativer Zugang zum alltäglichen Leben gezeigt. Spielerisch wird auch das soziale Lernen bedient, denn erst mit richtigem Teamwork wird die Papierfigur wirklich lebendig!

Workshop mit Michael Genner „Asyl ist Menschenrecht“ – 26.10. 12:00-14:30
Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, erläutert die Entwicklung der Asylpolitik und der Asylrechtssprechung mit all ihren Höhen und Tiefen seit der Ratifizierung der Genfer Flüchtlingskonvention. Er berichtet von Kämpfen, an denen er teilgenommen hat, von Niederlagen und Siegen, beantwortet Fragen und erläutert zukunftweisende Strategien.

Workshopanmeldung: office(at)experimentaltheater(dot)com - 0699 1 99 00 952

 

KONZERTE

Konzert Chor Gegenstimmen „Es brennt a Welt“ – 20.10. 20:00
Wir alle sind Rädchen in einem System, in dem es zunehmend brennt: die Märkte, die Gier nach Geld und nach Macht …. Unrecht, ideologische Beschränktheit und dogmatischer Hass zerstören Leben und Menschenwürde. Und die Brandherde liegen nicht nur weit weg von uns, wie im Nahen Osten - wir stecken mittendrin. Der Druck in Kopf und Brust nimmt zu ….Was klar ist: wir brauchen beherzte Menschen, ungebrochenen Mut und gemeinsames Tun. Und: keine Angst!

Musikalische Leitung: Stefan Foidl, E-Gitarre: Lukas Thöni, E-Bass: Alexander Hofmayr - http://www.gegenstimmen.org/

Konzert Hans Breuer / WanDeRer „NICHT EGAL: FLÜCHTLINGS – LIEDER“ – 24.10. 19:30
Hans Breuer arbeitet seine Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe künstlerisch auf, seine jungen Musiker verschiedenster Kulturen bilden das Ganze musikalisch ab. Multikulti vom Feinsten.

Konzert Prince Zeka Quartett – 25.10. 21:00
Zeka ist einer der beliebtesten afrikanischen Musiker in Österreich. Er gilt als glaubwürdiger Botschafter moderner afrikanischer Musik. Prince Zeka thematisiert in seinen Songs sowohl die schönen und inspirierenden Kulturformen, als auch die grausamen Seiten entglittener Politik - der Krieg um Gold, Diamanten, Coltan, und Tropenhölzer. Prince Zeka thematisiert diese Tragödie und rückt auch unsere Verantwortung damit ins Bewusstsein.

Konzert Reinhardt Honold „zu_flucht" – 26.10. 21:00
Honold singt seine Lieder im Stile von jazzigen, deutschsprachigen Chansons. Er bezieht Stellung zu Themen, die uns alle bewegen oder bewegen sollten… In jüngerer Zeit durchmischt er sein Repertoire mit Anleihen aus der Pop-Literatur; von Randy Newman, John Lennon, Leonard Cohen, den Rolling Stones, Jaques Brel, Sixto Rodriguez, André Heller …so ausgewählt und bearbeitet, dass er sie zu seinen Songs macht…

 

PROGRAMM AUF ACHSE (25.10., 16:00-22:00):

1.) 16.00 Start des Umzugs im Café VinziRast-mittendrin (Währinger Straße 19)

Einleitung/Begrüßung: Cecily Corti

Act: „Nicht einmal Treibgut“ (nach Textzitaten von Elfriede Jelinek) mit Constanze Hyrohs (Performance) & Adama A. Dicko (Musik) / Trommler: Assane Fall & Dirane Mboup

2.) 16.45-17.00 Café Gaga:rin (Garnisongasse 24)

„Mama Erde“ mit Adama A. Dicko (Musik) & „Oma Erde und ihre Kinder“ von David Jarju 

3. ) 17.00-17.20 Platz vor der Nationalbank (Garnisongasse 15)

Act: „Auftrag“ Sasportas-Monolog-1 (Text von Heiner Müller) mit Karim Thiam / Trommler: Assane Fall & Dirane Mboup

4.) 17.30-17.40 Vor Geschäft Brigitte Proll - Gemälde Restaurierung (Van Swieten Gasse 6)

Trommler: Assane Fall & Dirane Mboup

5.) 17.45-18.00 vor dem Chemischen Institut beim Carl Freiherr Auer von Welsbach-Denkmal (Währinger Straße/Ecke Boltzmanngasse),

Kampfkunst-Performance: „Ich krieg keinen Frieden“ mit Martin Minarik & Miroslav Poláček

6.) 18.05-18.20 Afrofriseur Akwaba (Währinger Straße 41)

„What`s Going On“ von Marvin Gaye & „Do Your Thing“ von Lyn Collins, Aminata Seydi (Gesang)

7.) 18.30-19.00: Schubert Theater (Währinger Straße 46)

Schubert Theater zeigt Szenenausschnitte aus „Hänsel.Gretel.Finsterwald“

8.) 19.10-19.35 Arne Carlson-Park (Spitalgasse/Ecke Währinger Straße)

„Tango Finlandesa“ mit Kari Rakkola & Walter Nikowitz

9.) 19.45-20.15 Café-Restaurant Hatam (Währinger Straße 64)

2 Lieder: „Sari Gyalin“ & „Lay Lay“, Sakina Songül Beyazgül (Gesang) & Mahan Mirarab (Gitarre)

10.) 20.30 WUK-Hof– bei Schlechtwetter im Projektraum (Währinger Straße 59)

Act: Lumumba (Text von Aimé Cesaire) mit Aminata Seydi & Prince Zeka

Act: „Auftrag“ Sasportas-Monolog-2 (Text von Heiner Müller) mit Karim Thiam / Trommler: Assane Fall & Dirane Mboup

11.) 21.00 Projektraum im WUK (Währinger Straße 59)

Konzert: Prince Zeka Quartett

 

Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten voruns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte (1940)

 

Künstlerische Leitung/Raumgestaltung: Eva Brenner (A/USA), Projektleitung/Pressearbeit: Andrea Munninger (A), Projektorganisation/Dramaturgie: Felix Kristan (A), Mitarbeit Flüchtlingsprojekt: Germana Kovacic (A), Mitarbeit „Speranza“: Marta Gómez (ES), Regieassistenz: Markus Bachmaier (A), Assistenz: Andreas Käch (CH), Clara Gallistl (A), Constanze Hyrohs (A), Elisabeth Falkinger (A), Gerald Moser (A), Maria Bergstötter (A), Susanne Kompast (A), Suzanna Biznar (SK), Waltraud „Manju“ Pöllmann (A), Technik/Ausstattung: Richard Bruzek (A), Video/Dokumentation: Bernhard Riener (A), Fotografie: Roman Picha (A), Grafik/Homepage: Alexander Schlögl (A).

Auf Achse 2016 - TRANSFORMANCE FESTIVAL

"Wir sind alle Marienthal!" - Transformance Festival im WUK

Flüchtlingsprojekt: "ich möchte bleiben!" - Transformance Festival im WUK

Jura Soyfer „Eine Fremde Stadt!” - Transformance Festival im WUK