Peter Kreisky_Europa-Gespräch 1 2018 „Der Körper als Politikum“

Aufzeichnung im Okto.tv. Studio am 27.3.2018

Eva Brenner und Walter Baier im Gespräch mit Dr. Lisbeth N. Trallori (Feministische Wissenschafterin)

Eva Brenner und Walter Baier im Gespräch mit der feministischen Wissenschaftlerin Dr. Lisbeth Trallori über die Reproduktionsmedizin und die globalisierte Vermarktung des weiblichen Körpers

Mit dem rasanten Aufschwung der Reproduktionsmedizin und deren globaler Ausbreitung in den letzten Jahrzehnten haben sich auch die Bedenken und die Zahl der kritischen Stimmen vervielfacht. In der Kritik steht die Geschäftemacherei mit der Gebärfähigkeit.

So rosig wie von der einschlägigen Industrie und geneigten Medien dargestellt ist nämlich die Erfüllung des Kinderwunsches durch die Reproduktionsmedizin nicht.
Erhöhtes Risiko auf Frühgeburten, geringes Geburtsgewicht, angeborene Fehlbildungen und Sterblichkeit von Neugeborenen treten, wie Studien belegen, häufig auf.
Auf der sicheren Seite befindet sich nur die Reproduktionsindustrie, deren Profite ins Gigantische gestiegen sind, und die sich in den letzten Jahrzehnten globalisierte.

Der globale „Repro-Tourismus“, das heißt, die in die Dritte Welt ausgelagerte Leihmutterschaft ist ein Armutsphänomen, in der die Notlage von Frauen ausgenützt wird, die ihren Körper und ihre Gebärfähigkeit für die sozialen Eliten der Ersten Welt zur Verfügung stellen. Während Agenturen und Vermittler_innen das große Geld abgreifen, bekommen die austragenden Frauen nur den geringsten Teil davon. Darüber hinaus geht es aber auch philosophisch-ethische Fragen.

Ist alles, was uns wissenschaftliche und technische Verfahren heute ermöglichen, gesellschaftlich wünschenswert und der Menschheit zuträglich.

Und welches Menschenbild ist es, das sich in einem entgrenzten, maskulinen Machbarkeitswahn ausdrückt?

Peter Kreisky_Europa-Gespräch 1 2018 „Der Körper als Politikum“