Konzepte

Transformance: Jahresprojekte 2019

Performing Community: Das Utopieprojekt 

Frühling 2019:

LESEKREIS Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss

Community Performances (Frühjahr/Herbst 2019):
Frühjahr 2019 „Vom Verschwinden der Glühwürmchen“ – Herbert Marcuse (Befreiung von der Überflussgesellschaft) – Pier Paolo Pasolini (Freibeuterschriften) –  Bertolt Brecht (METI – Buch der Wendungen) und AUF ACHSE Straßentheater, Reindorfgasse/Rudolfsheim-Fünfhaus

Herbst 2019:

Gastspiel/Wiederaufnahme Bertolt Brecht: FLÜCHTLINGSGESPRÄCHE 21 (UA brick5/Wien, 2018)

Ganzjährig:

StückeWerkstatt brick5 „Terra Nova“ (neu!) / TRANSFORMANCE – Festival für politisches Theater

Workshops TRANSFORMANCE academy: political theater training

PETER KREISKY_Europa-Gespräche 2019

Ausgehend von dem poetischen Titel „Das Verschwinden der Glühwürmchen“ von Pasolini sollen im Frühjahrsprojekt der FLEISCHEREI Konzepte sozialer, politischer und kultureller Utopie theatral beleuchtet werden. Der dreimonatige Arbeitsprozess folgt in drei vernetzten Schritten dem Arbeits- und Performance-Format des 2018 uraufgeführten Brecht-Projekts Flüchtlingsgespräche: Er nimmt erstens drei zentrale Texte des berühmten Autoren-Trios Marcuse, Pasolini und Brecht zum Ausgangspunkt der Arbeit, setzt diese in Bezug zu drei Zielgruppen und drei Arbeitsräumen im 15. Bezirk – brick5, VHS Rudolfsheim-Fünfhaus, Pensionistenheim Oelweingasse -,  und wendet sich an Theaterschaffende (der FLEISCHEREI_mobil), MigrantInnen und Flüchtlinge, Menschen aus dem 15. Bezirk. Jeder Arbeitsgruppe ist einer der ausgewählten Texte, ein thematischer Workshop und eine theatrale Struktur als Performance-Format – Symposium mit Text und Musik, Talk/Cooking-Show, Erzähltheater – zugeordnet. Im Herbst soll es zu einer Wiederaufnahme der Flüchtlingsgespräche (basierend auf dem Text von Bertolt Brecht) aus dem Jahr 2018 kommen.

Wie jedes Jahr bietet die FLEISCHEREI_mobil neben ihrem Hauptprogramm viele Special Events, Workshops und Konzerte an, wie z. B. die erfolgreiche Politdiskussion „PETER KREISKY_Europa-Gespräche“, die auch 2018 den Fokus auf die schwerwiegende politische Krise Europas legt oder der Lesekreis zu Ästhetik des Widerstands (Frühling) von Peter Weiss mit geladenen ReferentInnen unter der Leitung von Andrea Munninger. Weiters wird ein neues Writers-in-Residence Programm (StückeWerkstatt) der FLEISCHEREI_mobil beginnend mit einer Ausschreibung zur Prämierung ausgewählter Kurzstücke und einer darauffolgenden szenischen Lesung der drei besten Werke im Rahmen des Festivals TRANSFORMANCE ausgerufen. Inspiriert von dem ersten TRANSFORMANCE – Festival für Politisches Theater 2016 im WUK wird die Weiterführung dieses Formats ein weiteres Zeichen dafür setzen, dass politisches Theater heute stark und lebendig ist.  Viele junge AutorInnen und Theaterschaffende arbeiten europaweit an neuen Ansätzen und greifen dabei u.a. auf die Entwürfe und Versuche von Theatervisionären wie Erwin Piscator, Bertolt Brecht, Augusto Boal oder Techniken des Living Theater zurück.  Das Festivalformat gibt diesen eine Plattform, sich erstmalig unter Mitwirkung von professionellen Schauspielern öffentlich zu präsentieren. Im Rahmen des Festivals kommen ausgewählte Produktionen der FLEISCHEREI_mobil (Flüchtlingsgespräche 21, Vom Verschwinden der Glühwürmchen) zur Aufführung sowie die Resultate der StückeWerkstatt - szenische Lesungen der prämierten Einreichungen, die mit spezieller Unterstützung der Crowd-Funding Plattform respekt.net, des BKA-Kunst und des brick5 produziert werden.  Die politischen Theaterprojekte der FLEISCHEREI_mobil aus den Jahren 2018 und 2019 werden innerhalb des Festivals als repräsentative Zusammenschau erlebbar und ergänzt von Gastspielen befreundeter Gruppen, Konzerten und Special Events. Kulminationspunkte und Zentrum des Festivals sind die Gewinner-Stücke der StückeWerkstatt.

Als Arbeitsweise liegt in allen Projekten die experimental-theatrale „Transformance“ zugrunde, ein Format, das von der FLEISCHEREI_mobil unter Leitung von Eva Brenner entwickelt wurde.

Kernteam: Gesamtkünstlerische Leitung: Dr. Eva Brenner, Organisation: Andrea Munninger (A), Assistenz/Dramaturgie: Clara Siersch (A), Joschka Köck (D).  Künstlerische Mitarbeit/Lesekreis: Andreas Munninger (A),Performance: Michaela Adelberger (D), Mussa Babapatl (NIG), Rremi Brandner (A), Lamine Camara (GN), Mantre Edalati (A,IRN),Klaus Haberl (A), David Jarju (GM),  Mazen Muna (SYR), Margot Hruby (D), Constance Hyrohs (A), Katharina Kobelkow (A), Klaus Schwarz(A),Martin Minárik (D/SK), Safet Murati (Kos), Walter Nikowitz AR/A), Ivan Pantelić (RS), Kari Rakkola (FIN), SAKINA (Kurdistan), Aminata Seydi (A)), Sibylle Starkbaum (A), Evgenia Stavropoulos-Traska (GR), Manju Waltraud Pöllmann (A), Prince Zeka (DRC); Technik: Richard Bruzek (A), Fotodokumentation: Gerry Gekko (A), Filmdokumentation: Andrea Tiziani (I). Workshops/Training: Martin Minarik (SK, D), Margot Hruby (A), Joschka Köck(D),Menschen im 15. Bezirk Wiens. Wissenschaftliche Beratung: Dr. Walter Baier (Ökonom, transform! europe), Michael Genner (Obmann, Asyl in Not), Prof. Dr. Peter Fleissner (Mathematiker, Univ. Wien), Dr. Lisbeth N. Trallori (Feministin, Historikerin, Univ. Wien) u. a.

Download PDF: Jahreskonzept 2019

Jahresprojekt 2018: Frühjahr

*TRANSFORMANCE: UNSER BRECHT* Jahresprojekte 2018

PROJEKTE Frühjahr 2018 (März – Juni)

Flüchtlingsgespräche 21 (Bertolt Brecht) – Theater-Revue und Community Projekt mit Geflüchteten & Nicht-Geflüchteten im Grätzel 

Ort: Brick 5, Fünfhausgasse 5, 1150 Wien, Arbeitszeitraum: März – Juni 2018

Aufführungen: Mo, 18. bis Do, 21. Juni 2018, 19.30    
Nach den Aufführungen: Publikumsgespräche mit FlüchtlingshelferInnen:
19.6.: Sonia Feiger (A /Shalom ALAIKUM, 20. 6.: Kübra Atasoy (A /Asyl in Not, 21. 6.: Sina Farahmandnia (A/IR)/Vielmehr für Alle

Am Ende der Laborphase finden Performances im Brick-5 statt, jeweils begleitet von Publikumsgesprächen und Konzerten mit Brecht-Liedern. 

Konzept/Regie: Eva Benner (A/USA), Dramaturgie: Clara Siersch(A), Dramaturgie/Theaterpädagogik: Joschka Köck (D), Regieassistenz: Alexander Stamm (A), Performance: Michaela Adelberger (A), Mussa Babapatl (NIG), Rremi Brandner (A), Klaus Haberl (A), David Jarju (Gambia), Margot Hruby (A), SAKINA (Kurdistan), Evgenia Stavropoulou-Traska (G), Mazen Muna (SYR), Constanze Hyrohs(A), Aminata Seydi (A/SN), Lamine Camara (GN), Ursula Schwarz (A) sowie ca. 6-7 Laien (Menschen aus dem Grätzel), Technik: Richard Bruzek (A), Organisation: Andrea Munninger (A)

Das Projekt 

Ein Fest für alle „in finsteren Zeiten“

Die experimentelle Theater-Revue schafft kunstvoll eine Synthese aus heterogenen szenischen Ansätze aus der 20jährigen Theaterarbeit von FLEISCHEREI_mobil: Basierend auf Bertolt Brechts satirisch-kritischer Reflexion in den hochaktuellen „Flüchtlingsgesprächen“ entsteht eine neuartige theatrale Versuchsanordnung zwischen KünstlerInnen und Menschen aus dem Grätzel. In der humorvoll-bissigen Dialogsammlung debattieren zwei aus Nazi-Deutschland Geflüchtete, der Intellektuelle Ziffel und der sozialistische Arbeiter Kalle, beim täglichen Bier im Bahnhofsrestaurant von Helsinki über Heimat, Krieg, Flucht, Faschismus und Sozialismus. Verfasst in den frühen 40er Jahren von Brecht, damals selbst auf der Flucht vor Hitler, erscheint der Text heute (wieder) aktuell wie nie!
Es wird laut und bunt!
Jeder Abend ist eine Neuentdeckung, denn keine Performance gleicht der anderen!

Die einzelnen Aufführungen umreißen dennoch den gesamten thematischen Bogen der Texte: szenische Splitter treffen auf persönliche Geschichten des Ensembles, durchwoben von Soundcollagen und fetzigen Songs, eine Cooking-Show und den gemeinsamen Straßentheater-Prozession AUF ACHSE. Vier Dialogpaare arbeiten parallel an Brechts Texten im offenen Veranstaltungssaal des Brick-5, einem fiktiven Wirtshaus. Das Publikum sitzt mittendrin und ist selbst Teil des Geschehens. Es wird gespielt, diskutiert, improvisiert, gekocht, gesungen, gefeiert und getanzt!

AUF ACHSE in Rudolfsheim-Fünfhaus

Einen fröhlichen Abschluss bildet am Fr. 22. Juni der Straßentheater-Umzug AUF ACHSE entlang der Reindorfgasse, der mit einem Brecht-Liederabend der Sängerin und Schauspielerin Margot Hruby im Brick-5 endet. Erstmals exportiert die FLEISCHEREI_mobil ihr preisgekröntes Signature-Projekt in ihren jüngst beheimateten Bezirk: bunte Theateraktionen im öffentlichen Raum, Lieder, Musik, Kampfkunst, Masken, Tanz und Diskussion in Cafés, Restaurants, Flüchtlings- und Pensionistenheimen der Nachbarschaft. Theaterworkshops (Ritualarbeit, Musik, Theater der Unterdrückten) tragen das Projekt in die Community. Alle Workshops sind kostenlos und finden im Brick-5, in Schulen, Flüchtlingsheimen, Vereinen, Geschäften des Bezirks statt (Leitung Eva Brenner, Dramaturgin Clara Siersch und Theaterpädagoge Joschka Köck). Angelehnt an Brechts Texte werden Szenen, persönliche Geschichten und Lieder zu den Themen Migration und Heimat erarbeitet, die in die Theaterperformance einfließen. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Brechts Theater stellt die Kardinalfrage nach gesellschaftlicher Transformation: Wie können wir heute – von Brecht lernend – politische Veränderungen in die Welt setzen? Gemeinsam gehen wir auf die Suche nach der Kunst des Dialogs und eröffnen jenseits kultureller, sprachlicher Unterschiede und Traditionen den kreativen Austausch.

Wie jedes Jahr bietet die FLEISCHEREI_mobil neben ihrem Hauptprogramm viele Special Events, Workshops und Konzerte an, wie z.B. die erfolgreiche Politdiskussion „PETER KREISKY_Europa-Gespräche“, die auch 2018 den Fokus auf die schwerwiegenden politischen Kris Europas legen. Der Arbeitsweise in allen Projekten ist die experimental-theatrale „Transformance“ zugrunde, ein Format, das von der FLEISCHEREI_mobil unter Leitung von Eva Brenner entwickelt wurde.

Download PDF: Jahreskonzept 2018

JAHRESKONZEPT 2017

> TRANSFORMANCE: common ground <

Nach sechs nomadischen Jahren theatraler Forschung und Entwicklung des neuen Performance-Genres „TRANSFORMANCE“ (s. Manifeste Eva Brenner, 2011 ff.,www.experimentaltheater.com) versucht das Team einen Neuansatz und läutet die Phase IV des Theaterkollektivs ein, erweitert, professionalisiert und verjüngt das Kernteam, beginnt eine aktive Suche nach einem neuen fixen Standort und legt den Grundstein einer Schule für politisches Theater unter dem Arbeitstitel „TRANSFORMANCE_school &academy“ (TSA)/interaktives Lern-und Handlungszentrum Wien. Hier soll über die nächsten 3 Jahre ein Ort des gemeinsamen Lernens, des Austausches, der geführten Kreativität und der Begegnung entstehen. Die TSA soll ein kulturell vielfältiges und ständig variable offenes Programm anbieten, das sowohl einheimischen KünstlerInnen, wie auch Amateuren und Zugewanderten zugänglich und deutlich günstiger als ähnliche „private“ Angebote ist sowie international renommierten TrainerInnen nach Wien bringt, die kultur/politisches wie auch kunst/kulturhistorisches und künstlerisches Wissen und Know-how vermitteln.

Das Jahresprojekt 2017 >TRANSFORMANCE: common ground < setzt die Kontinuität der Kritik, der Analyse und Neudefinition politischen Theaters fort, wobei die neuen Projekte sich explizit Modellen der Kooperation und gemeinsamen Projektentwicklung in der „Community“ der Wiener Bezirke im nicht-theatralen Raum zuwenden. Das Jahr 2016 sieht ein ambitioniertes Programm vor als Weiterführung der 2013 -2015 begonnenen Transformance-Projekte mit einer nachhaltigen Untersuchung neuer Arbeitsformen und Formate des Politisch-Theatralen an Schnittstellen von Kunst, sozialer Aktion und Gemeinschaftsbildung. Wir benötigen eine Theater/Kultur des Miteinanders sowie eine echt soziale und demokratische Kultur/Politik, die sich auf basisdemokratischer Grundlage rekonstituiert, einer Kultur/Politik, die den Menschen, die dafür Steuern zahlen, zu Gute kommt. Gefordert ist die Lüftung der „gläsernen Decken“ zwischen Hoch- und Populärkultur, genauso wie die Öffnung der Grenzen und die solidarische Aufnahme aller Kriegsflüchtlinge, die als kulturelle Bereicherung anstatt Bedrohung angesehen werden sollten.

Arbeitsformate 2017:

  1. Neuproduktion – Uraufführung ELFRIEDE GERSTL (Café KORB)
  2. Soziotheatrales Hauptprojekt AUF ACHSE: LUMUMBA 2017 (Siebensternviertel)
  3. MARIJA nach Issac Babel (Perinetkeller) / zum 100. Jahrestag der Russischen Revolution
  4. PETER KREISKY_Europa-Gespräche 2017 (Gußhaus)
  5. TRANSFORMANCE_school (new space)
  6. Flüchtlingsprojekt „Zauberwald: „ich möchte bleiben 2!“
  7. „Wir sind alle MARIENTHAL!“ – Bundesländertournee Koproduktion PRO&CONTRA NÖ

PDF: Jahreskonzept und Tätigkeitsbericht 2017

4 JAHRE BRECHT IM GEMEINDEBAU - „Zwischen noch nicht und schon nicht mehr“

– harrt noch der Realisierung –

Brecht ist der beste politische Dramatiker der letzten hundert Jahre, ein Einsamer, der wie ein erratischer Block in der Dramen- und Theaterlandschaft des Jahrhunderts der Verzweiflung steht. Seine Stücke sind – trotz Stückwerk(en), die er als Fragmente oder Prozesse versteht – die bis heute nicht eingeholten Werke eines Giganten. Das alleine wäre kein ausreichender Grund, ihm ein 4-Jahreskonzept zu widmen und vier Jahre lang sein Theater im verminten Terrain der Gemeindebauten Wiens zu untersuchen – zugegeben, ein sehr spezieller Fokus im freien Theater und im offenen Stadtraum, der allemal Zeichen setzen könnte in einer Zeit der multiplen Krisenszenarien, in der politisches Theater neues Interesse gewinnt. In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass nach Brecht keiner seiner Nachfolger – etwa Heiner Müller mit marxistisch-revolutionären Theaterentwürfen – über linke Zirkel hinaus ein Massenpublikum erreichen konnte. Ganz im Kontrast zum Meister! Heute muss konstatiert werden: seit Langem schwächelt die zeitgenössische Dramatik und das Theater stagniert – ja selbst der sich oft als radikal-politisch gerierenden Postmoderne gelingt nicht, die komplexen Krisenszenarien unsere Zeit in den Griff und auf die Bühne zu bekommen, die heutige Realität analytisch hinreichend abzubilden. Es fehlt an passenden neuen Dramen und Texten, an nötigen theatralen Reformen, Strukturen, Arbeitsweisen, die neue ästhetische Vokabularien produzieren könnten und ein neues Publikum in die Theaterhäuser locken. Dieser Befund reicht aus, sich die Stücke/Texte von Bertolt Brecht – die klassischen wie die weniger bekannten – nochmals vorzunehmen, sie auf ihre Aktualität abzuklopfen, neu zu bearbeiten und für ein breites heutiges Publikum in nicht-theatralen Räumen, d.h. jenseits der Hochkultur und des Avantgarde-Ghettos, aufzubereiten. Brecht in die Gemeindehöfe zu transferieren und mit Menschen vor Ort zu arbeiten stellt eine große Herausforderung dar, der es sich zu stellen gilt – in vier Arbeitsformaten, die wie aufeinander aufbauende Module funktionieren und je andere Bevölkerungsgruppen ansprechen: Frauen, Jugendliche, MigrantInnen und die Nachbarschaft aus dem nahe gelegenen Umfeld (Schulen, VHS, lokale Kulturorganisationen etc.).

PDF: 4-Jahreskonzept - Brecht im Gemeindebau

JAHRESKONZEPT 2016

> TRANSFORMANCE_in action <
Next Horizon Fiesta & more

Nach drei aufregenden Jahren der Forschung und Entwicklung an dem neuen Performance-Genre „TRANSFORMANCE“ wird im vierten Jahr eine Synthese gemachter Erfahrungen versucht und Erfolgsproduktionen  der letzten Jahre – das sozio-theatrale Integrationsprojekt AUF ACHSE und politische Theaterexperimente auf Basis literarischer Texte, die Performances Wir sind alle MARIENTHAL, und DU SIE WIE DU, immer.  – in einer repräsentativen Zusammenschau gezeigt.  Die letzten Spielzeiten waren von Expansionsaktivitäten gekennzeichnet, sowohl in Hinsicht auf geografische Ausbreitung in die Bezirke Wiens, die Gewinnung neuer Sponsoren und Partner, wie auch einer innovativen Besetzungspolitik unter verstärkter Einbeziehung migrantischer KünstlerInnen, brisanter Themen und inhaltlicher Analysen der Krisenszenarien Europas. Wiederaufnahmen und Neu-Inszenierungen werden angeführt von einer Neuproduktion auf Basis von Texten der renommierten Wiener Autorin ELFRIEDE GERSTL, die im ersten Halbjahr entwickelt und als Preview zunächst in diversen Kontexten als PREVIEW-Performance vorgestellt werden soll. Die Premiere stellt den Auftakt des neuen Polit-Theater-Festivals NEXT HORIZON und ROCK THE SYSTEM/young&charming theatre activists, der neue Wettbewerb für junge politische Theaterschaffende (September/Oktober 2016) dar und eröffnet einen Reigen modellhafter Projekte, die unter das neue Genre TRANFORMANCE fallen.

Arbeitsformate 2016:
1. Soziotheatrales Hauptprojekt  AUF ACHSE: LUMUMBA 2016 – Transformance eines Modells
- Interkulturelle Streeopera & Straßenfest mit Texten von Aimé Césaire und Heiner Müller
- Komposition und Life Musik: Prinz Zeka / Prinz Zeka Accoustic & Ensemble
2. Neuproduktion – Uraufführung ELFRIEDE GERSTL - „alles immer: jetzt.“
- Benefiz-Performance nach Texte von ELFRIEDE GERSTL - HAUS UND HAUT, „KLEIDERFLUG“
3. NEXT HORZION PolitTheater Fiesta & ROCK THE SYSTEM young&charming theater activists
3.1. Fiesta NEXT HORIZON: AUF ACHSE: LUMUMBA, MARIENTHAL, Shumeli-Celan, Gerstl-Projekt
- eine theatrale Rückblende und Vorschau
3.2. ROCK THE SYSTEM – young&charming theater activists
- Wettbewerb junger Theaterschaffender
4. Special Events: PETER KREISKY_Europa-Gespräche 2016 - "SPIEL MIT DEM FEUER” oder wohin steuert Europa?
- 6 Diskussionen mit prominenten ExpertInnen
5. Tourneen 2016
5.1. „Wir sind alle MARIENTHAL!“ – Performance nach der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ 

PDF: Jahreskonzept und Tätigkeitsbericht 2016

JAHRESKONZEPT 2015

> TRANSFORMANCE continued <
Performing Change: Changing Performance


Mit dem ambitionierten Jahreskonzept setzt Eva Brenner (oder die Fleischerei_mobil) ihre künstlerische Arbeit zu kulturpolitischer Kritik, sowie zu Analyse und Neudefinition des politischen Theaters und Performance fort. Bisher erfolgreiche Kooperationen und Projektentwicklungen mit Organisationen in der „Community“ der Bezirke Wiens haben weiterhin ihren festen Platz im Jahreskonzept. Das Jahr 2015 sieht die Weiterführung des seit 2011 in Recherche und praktischer Erforschung befindlichen Transformance-Konzepts vor. Dieses befasst sich mit der nachhaltigen Untersuchung neuer Arbeitsformate des Politisch-Theatralen an Schnittstellen von Kunst, sozialer Aktion und Gemeinschaftsbildung unter den Bedingungen der sukzessiven Herausbildung neuer ökonomischer und sozialer Mischformen des Politisch-Kulturellen und der Gewinnung eines neuen, nicht-elitären (Theater-ungewohnten) Publikums.
Das Jahreskonzept begibt sich auf die Suche nach dem „besseren Leben“ für alle und setzt sich im Anschluss an soziokulturelle und integrationspolitische Performances, Feste und Feiern kritisch mit aktuellen Phänomenen gesellschaftlicher und kultureller Um/Brüche, Transformationen und Metamorphosen auseinander. Diese sollen in Performances, Straßentheater und diskursiven Special Events, internationalen Gastspielen, Workshops, Lecture-Demonstrationen und Vorträgen in, mit und über die multikulturelle Community/im öffetlichen Raum in Wien zur Diskussion gestellt werden.

Dem Performanceprojekt „Wir alle sind Marienthal!“ liegt die soziographische Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (M. Jahoda, P.F. Lazarsfeld, H. Zeisel) zugrunde. Die Performance ist für den öffentlichen Raum konzipiert und ist nach dem Jura Soyfer-Zyklus zu seinem Romanfragment "So starb eine Partei" der nächste Schritt beim Blick auf die jüngere Geschichte mit dem Fokus auf die prekäre Situation der damaligen und der heutigen Arbeitswelt, Neo-Kolonialismus - Aimé Césaire und Heiner Müller (20. Todestag) – und der unabdingbaren Notwendigkeit einer radikalen Umverteilung von Ressourcen, politischer Macht, Kapital und Kultur"!

Arbeitsformate 2015:

  1. SOZIOTHEATRALES HAUPTROJEKT (Juni 2015)
    „LUMUMBA – SASPORTAS_auf achse 2015
    in Kooperation mit Kulturcafé Siebenstern, OKTO TV und umliegenden Geschäftslokalen
    (Sponsoren)   
  2. PERFORMANCE PROJEKTE
    A „Wir sind alle MARIENTHAL!“ (April/Juni/Oktober 2015)
    Performance/Lesung nach der Studie „Die Arbeitslosen von Marienthal“ (1933)
    und „Fair und nachhaltig kündigen“, Uraufführungstext von Margit Hahn
    B „Nicht am Gehsteig, sondern auf der Straße“ – Performance zum 5. Todestag von Peter Kreisky (Dezember 2015), mit Texten von P. Kreisky, E.Jelinek, I. Bachmann, H. Müller, M. Streeruwitz
  3. SPECIAL EVENTS:  
    A  PETER KREISKY_Europa-Gespräche der FLEISCHEREI_mobil [ehem. KUNSTimDIALOG] - (ganzjährig) „ZUR RETTUNG DER DEMOKRATIE“ – Europa im Verhältnis zur Welt (Internationale Ausblicke), in Kooperation mit OKTO TV, Orte: Kulturcafé Siebenstern, Studio Okto.tv
    B "DU SEI WIE DU, immer." Performative Lesung nach Briefen und Texten von Ilana Shmueli und Paul Celan. März 2015, Galerie LICHTHOF
    Wiederaufnahme im Oktober 2015: MUSA / 2016: Café Korb, Israel Tournee
    C Gedenktafelenthüllung am Haus Lindengasse 41, wo JURA SOYFER 1937 verhaftet wurde.

PDF: Jahreskonzept 2015

Überblick Projekte 2015